Unternehmensgründung USA: Schreckgespenst Rechtsverfolgungskosten?

Unternehmensgründung USA: Schreckgespenst Rechtsverfolgungskosten?
Die Unternehmensgründung in den USA ist aus den verschiedensten Gründen für die unterschiedlichsten Unternehmen und Investoren interessant. Auf wenig Gegenliebe stößt beim geneigten Gründer in aller Regel allerdings der Ruf des US Rechtsystems und den hiermit oftmals assoziierten enormen Kosten. Gerade kleinere Unternehmen fragen sich, ob sie sich im Zweifelsfalle eine gerichtliche Forderungseintreibung in den USA überhaupt leisten könnten. Stundensätze von Anwaltskanzleien zwischen $250 und $500 sind nichts Ungewöhnliches.

Die Small-Claims Courts

Eine alternative für relativ schnelle und zügige Geltendmachung von zivilrechtlichen Schadensersatzansprüchen gibt es in den meisten US Bundesstaaten in Form der sogenannten „Small Claims Courts“ – grob übersetzt in etwa: Gerichte für geringwertige Ansprüche. Als Richter fungiert bei diesen ein sogenannter „Magistrate Judge“, welcher oftmals ein gesondert bestellter Rechtsanwalt ist.
Eine Besonderheit dieser Gerichte ist es, das hier kein Anwaltszwang besteht. Forderungen können also selbständig und ohne Einschaltung einer Rechtsanwaltskanzlei geltend gemacht werden. Anderseits ist es aber in dem Großteil der US Bundesstaaten der jeweiligen Partei überlassen sich anwaltlich vertreten zu lassen. Insoweit ist die Situation also mit der Lage für die Durchsetzung von zivilrechtlichen Ansprüchen vor dem Amtsgericht zu vergleichen.

Verschiedene Obergrenzen für Ansprüche vor dem Small-Claims Court

Die Regelungen hinsichtlich des Umfangs von Ansprüchen, die vor dem Small-Claims Court geltend gemacht werden können, fallen sodann von Bundesstaat zu Bundesstaat höchst unterschiedlich aus. Während in Rhode Island nur Ansprüche von einer Höhe bis zu $2.500 geltend gemacht werden können, ist dies in Tennessee bis zu einer Summe von $25.000 möglich. Die Bandbreite der Forderungssummen unterscheidet sich also erheblich und es zeigt sich wieder einmal, warum man die Wahl des Bundesstaats vor Gründung in den US genauestens prüfen sollte.
Im US-Bundesstaat Kalifornien etwa fallen die Höchstgrenzen zudem je nach Kläger unterschiedlich aus; es wird nämlich insoweit ein Unterschied zwischen Verbrauchern, die Summen bis zu $10,000 einklagen können und Unternehmen und Gesellschaften gemacht, die lediglich Summen bis zu $5.000 einklagen können, gemacht. In Kalifornien ist zudem die Vertretung im Gerichtssaal vor dem Small-Claims Court durch einen Rechtsanwalt ausdrücklich nicht zugelassen. Inkassounternehmen sind hier des Weiteren sogar gänzlich von der Geltendmachung von Forderungen vor dem Small-Claims Court ausgeschlossen.

Unser Ausblick

Die Möglichkeit kleinere Forderungen vor dem Small-Claims Court in den USA geltend machen zu können, ist definitiv eine Variante, mit der sich geneigte Gründer einmal näher beschäftigen sollten. Die Regelungen fallen, wie so oft, von Bundesstaat stark unterschiedlich aus und manche Bundesstaaten richten diese Form der Rechtsdurchsetzung eher auf Verbraucherinteressen bezogen aus, denn im Sinne für Unternehmen. Informieren Sie sich frühzeitig!

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Unternehmensgründung in den USA: Ein Kurzüberblick zur Investitionskultur und zur Personalpraxis

Unternehmensgründung in den USA: Ein Kurzüberblick zur Investitionskultur und zur Personalpraxis

Im Rahmen dieses Blogs betrachten wir regelmäßig die verschiedensten Aspekte, Bewegründe und Rahmenbedingungen für potentielle Unternehmensgründungen in den USA.
Grund genug für uns heute einmal einen Schritt zurückzutreten und die beiden Länder einem volkswirtschaftlichen Kurzvergleich zu unterziehen. Die USA, als nach wie vor größte Volkswirtschaft der Welt, strotzt unlängst wieder vor Kraft im Vergleich zum derzeit etwas schwächelnden Deutschland.
Die USA haben mit ihren circa 317 Millionen Einwohnern über dreimal so viele Einwohner und sind von der Fläche etwa 25-mal so groß wie Deutschland, so dass ein Vergleich grundsätzlich natürlich etwas hinkt. Wir haben es dennoch gewagt.

Die Investitionskultur

Google, Facebook, Yahoo und Konsorten sind alles Neugründungen der jüngsten Vergangenheit. Allesamt sind sie in den USA gestartet. Der deutsche Gründergeist kommt dabei im Vergleich etwas bescheidener daher. Aber wieso eigentlich?
Einer der Hauptgründe dürfte in der Risikobereitschaft in den USA liegen. Vergleicht man die Zahlen von Venture Capital in den USA und Deutschland für das Jahr 2012, so stellt man fest, dass die in Deutschland investierte Summe noch nicht einmal auf 2% des in den USA investierten Wagniskapitals erreicht. Die Zahlen scheinen sich aus deutscher Sicht für das Jahr 2013 zwar deutlich verbessert zu haben, dennoch kann man wohl folgern, dass der Weg für innovative Ideen „Sponsoren“ in Deutschland zu finden, hier in der Regel um einiges schwerer ausfällt.
Ein durchaus ernst zu nehmendes Problem für potentielle Gründer in Deutschland, denen es wohl oftmals nicht an originellen Ideen mangeln dürfte, sondern wohl eher an der mangelnden Finanzierbarkeit.

Die Einstellungs- und Kündigungskultur – Quickly Hired, Quickly Fired

Die deutschen Arbeitnehmerregelungen sind mit ihrer Vielzahl an arbeitnehmerfreundlichen Regelungen gerade in Hinsicht auf die Beendigung von Arbeitsverhältnissen dem amerikanischem Arbeitsrecht relativ fremd.
Kündigungsregelungen wie etwa 3 Monate zum Quartalsende oder spezifische Anforderungen an eine rechtmäßige betriebs- oder personenbezogene Kündigung sind in den USA nahezu unvorstellbar. Viele Arbeitsverhältnisse sind in einer Vielzahl der US Bundesstaaten „at-will“, was in etwa bedeutet, dass einem der Arbeitgeber nach Belieben, ohne Grund und ohne besondere Frist kündigen kann.
Die bekannten Hollywood-Filmszenen, in denen ein Arbeitgeber nach der Mittagspause gekündigt wird und umgehend vom Sicherheitsdienst nach Draußen geleitet wird, kann in den USA ohne weiteres in der Realität stattfinden.

Fazit

Unabhängig davon, welchen wirtschaftlichen Bereich man im Vergleich betrachtet, lässt sich wohl sagen, dass der US Markt regelmäßig risikofreudiger ist als sein deutsches Pendant. Vielleicht passt diese Unternehmenskultur ja auch für Ihre Gründung besser? Bei Fragen helfen wir gerne.

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Das Gründungsmekka der USA: Die San Francisco Bay Area

Das Gründungsmekka der USA: Die San Francisco Bay Area
Bei potentiellen US-Gesellschaftsgründungen gilt es unter vielen potentiellen Standorten mit den verschiedensten Anreizen auszuwählen. Niedrige Steuern etwa locken für Gründer in Delaware oder Nevada. Ungeachtet rein finanzieller Gesichtspunkte ist für viele Branchen eine Neugründung oder Niederlassung in der San Francisco Bay Area nahezu unumgänglich. Zu groß ist die Attraktivität der Firmen-Nachbarschaft: Google, Facebook, Elance, Apple, eBay, Yahoo und viele andere der US Wirtschaftsgiganten sind hier oder in unmittelbarer Nähe angesiedelt.

Die wirtschaftlichen Rahmenvoraussetzungen in der Bay

Die Francisco Bay Area mit den Städten San Francisco, Oakland und San Jose ist Heimat für etwa 7.5 Millionen Menschen und ist damit nach dem Großraum Los Angelos der zweitgrößte Ballungsraum Kaliforniens. Auch das berühmte Silicon Valley, mit seiner unglaublichen Anzahl von IT und High-Tech Start-Up Unternehmen, lässt sich dem südlichen Ende der Bay Area zurechnen.
Die Bay Area bringt es auf über 380.000 High-Tech Jobs, was den absoluten Topwert der USA darstellt. Der durchschnittliche Verdienst eines High-Tech Spezialisten liegt bei über $140.000 jährlich. Regelmäßig fließen über 40% der in den USA insgesamt durch Venture Capital investierten Gelder in die Region der San Francisco Bay Area.
Trotz dieser Spitzenzahlen liegt die Arbeitslosenquote überraschenderweise bei etwas über 9%. Insgesamt dürfte dieser Nummer in gewisser Weise auch auf einen Trend in der Bay Area hinweisen: Während einige wenige die Möglichkeit haben zu den „Superreichen“ aufzusteigen, bleibt der traditionelle amerikanische Mittelstand oftmals auf der Strecke.
Ein Beleg hierfür könnte ein Blick auf die Jahresdurchschnittsmiete in San Francisco liefern: Diese liegt bei unglaublichen $3.000 pro Monat. Ein Wert, der den deutschen Mietpreis-Marktführer München wie einen braven Schuljungen aussehen lässt. In der Folge hiervon ist das Leben in WGs in San Francisco auch unter den 30 und 40jährigen, die bereits erfolgreich im Arbeitsmarkt integriert sind, keine Seltenheit.

Unterschiede in der Region

Bei genauerer Betrachtung der Region ist anzumerken, dass die Beschäftigungsquoten in der San Francisco und Santa Clara Gegend über den Werten vor der Krise 2007 liegen, wohingegen insbesondere die nördliche und östliche Bay Region dieser Entwicklung hinterherhinken.

Unser Ausblick

Die San Francisco Bay Area ist in jeder Hinsicht ein Standort der Superlative. Gerade Gründer, die risikobereite und finanzkräftige Investoren in der High-Tech Branche suchen, sollten den Standort in Erwägung ziehen. Außerhalb der Arbeitszeit sollte auch der enorme Freizeitwert der Gegend nicht außer Betracht gelassen werden. Das Nappa Valley, das Weinland der USA schlechthin, sowie mehrere spektakuläre Nationalparks bieten sich für die Wochenenden an.

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USA Wirtschaftsklima für Investoren und Gründer: Ein aktueller Blick

USA Wirtschaftsklima für Investoren und Gründer: Ein aktueller Blick
Im Rahmen dieses Blogs versuchen wir Ihnen einen möglich umfassenden Einblick in die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für eine mögliche Gesellschaftsgründung in den USA zu vermitteln. Ein wichtiger Aspekt für die Planung eines solchen Vorhabens ist für den guten Kaufmann selbstverständlich der Blick auf die aktuelle Wirtschaftsentwicklung in seinem Zielland. Grund genug für uns, heute einmal die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung in den USA näher zu betrachten.

Die aktuellen Zahlen

Laut der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift USA Today ist die US Wirtschaft im zweiten Quartal in einem Tempo von 4,6% gewachsen. Laut Aussagen der US Regierung ist dies das stärkste Wachstum seit zweieinhalb Jahren. Der Export weist einen satten Wachstum von 11,8% auf und der Trend weist auch insgesamt nach oben. Bis August hatte die US Wirtschaft sechs Monate in Folge ein Jobwachstum von 200,000 Jobs pro Monat zu verzeichnen. Ein Großteil der Analysten scheint den Rückgang im ersten Quartal aufgrund dieser beeindruckenden Zeiten daher auf den äußerst harten Winter der USA zurückzuführen.

Die Entwicklung des US-Dollars

Die langwierige Flaute des Dollars scheint aktuell gebrochen. Seit Ende August ist der Dollar im Vergleich zum Euro um 3,2% und gegenüber dem Yen seit Juli sogar im 8% gestiegen. Einen Euro gibt es nun für $1,27, was eine unmittelbare Folge der Nachrichten aus Deutschland war, dass das hiesige Wachstum schwächer als erwartet ausfällt.
Die Stimmen werden lauter, dass sich das Wachstum der USA langfristig etablieren wird, vor allem im Vergleich zur Europäischen Union, wo das Wachstum zunehmend stagniert. Das aktuelle Wachstum des Dollars dürfte aber nicht alleine auf den schwächelnden Euroraum zurückgehen. Auch die Währungen der aufstrebenden Märkte, wie etwa Brasilien, entwickeln sich derzeit bescheiden. Aufgrund dieser Entwicklung könnte auf absehbare Zeit wieder vermehrt in den US Dollar investiert werden.

Der Arbeitsmarkt und der Schuldenberg

Bei all den aktuellen positiven Entwicklungen und Zahlen sollte der Vollständigkeit halber jedoch angemerkt werden, dass trotz der Durchaus positiven Zahlen des US Arbeitsmarkts die Arbeitslosenquote insgesamt noch zu wünschen übrig lässt. Auch die immens hohe pro-Kopf Verschuldung der Amerikaner wird sich auf absehbare Zeit wohl kaum nennenswert verringern.

Unsere Einschätzung

Die Zeichen, der nach wie vor größten Volkswirtschaft der Welt, stehen beeindruckend auf Wachstum und die wirtschaftliche Zukunft sieht einiges rosiger aus, als noch vor wenigen Jahren erwartet wurde. Eine Investmentbank schätzt das Wachstum der USA für das nächste Jahr sogar auf 3,1% ein.
Aus unserer Sicht kein schlechter Zeitpunkt für eine Unternehmensgründung in den USA.

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Einstellungspraxis für US-Gründungen: Affirmative Action

Einstellungspraxis für US-Gründungen: Affirmative Action

Die Planung, der Gründungsprozess und die offizielle Eintragung sind nur der Anfang für eine erfolgreiche Unternehmung in den USA. Darüber hinaus gilt es sich mit haftungsspezifischen Fragen des US-Rechts und insbesondere auch mit dem mitunter sehr eigenwilligen US Arbeitsrechts zu beschäftigen.
Im Jahre 1961 erging unter niemand anderen als John F. Kennedy, als Präsident der Vereinigten Staaten, auf Grundlage der Executive Order 10925 der erste Erlass zu den Affirmative Actions (oder auf Deutsch etwas verwirrend auch „positiven Diskriminierungen“). Ziel war es die Rassendiskriminierung im Rahmen des Einstellungsverfahrens von Arbeitnehmern zu bekämpfen und eine Einstellungspraxis, frei von Beurteilungen nach Herkunft oder Rasse, zu implementieren.
Diese von Kennedy vor über 40 Jahren initiierte Praxis hat auch für die moderne Einstellungspraxis in den USA weitreichende Konsequenzen, was bei Gründungen in den USA auch entsprechend zu beachten ist. Die Regelungsmaterie dürfte dem deutschen Unternehmer zwar dem Grunde nach aufgrund des allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (oder auch Antidiskriminierungsgesetz genannt) seit einigen Jahren ein Begriff sein. Jedoch sind die praktischen Auswirkungen in den USA in der Regel um einiges weitgehender.

Zwingendend vorgeschriebene Affirmative Action Pläne

Sobald ein Unternehmen in den USA über $50.000 Umsatz aufgrund von Verträgen mit der Regierung der Vereinigten Staaten tätigt und mindestens 50 Arbeitnehmer beschäftigt, so muss ein derartiges Unternehmen zwingend über einen Affirmative Action Plan verfügen, in dem die Bemühungen des Unternehmens zur gleichberichtigten und nicht-diskriminierenden Einstellung zu erfassen sind. Es sollte insbesondere die Einstellungspraxis, das Recruitment und die Auswahl von Bewerbern mit Minderheitenstatus hinreichend dokumentiert werden. Denn: die Bundesarbeitsbehörde ist sodann berechtigt diesen Plan zur Überprüfung anzufordern und einzusehen.

Freiwillige Optierung zu Affirmativ Action Plänen

Einige US Unternehmen optieren darüber hinaus auch freiwillig, also ohne gesetzliche Anforderung, zu einem umfassenden Affirmative Action Plan. Dies ist z.B. der Fall, um einen etwaigen Ruf von diskriminierendem Einstellungsverhalten in der Vergangenheit entsprechend entgegenzuwirken. Aber auch ohne eine solche negative Vergangenheit optieren US Unternehmen oftmals aus Imagegründen und aufgrund der hohen gesellschaftlichen Brisanz dieses Themas zur Erstellung und Einhaltung eines Affirmative Action Planes.
Die Implementierung und Überwachung eines solchen Planes ist jedoch regelmäßig mit einem relativ hohem Arbeits-und Mittelaufwand verbunden, so dass es in der Regel größere Unternehmen sind, die in Lage sind sich einen solchen Plan „zu leisten“.

Unser Ausblick

Unabhängig davon, ob Ihre konkrete Unternehmung in den USA dem Erfordernis eines Affirmative Action Planes unterliegt oder nicht, ist das Thema der Allgemeinen Gleichberechtigung im Einstellungsverfahren ein Thema, dass man als deutscher Unternehmer in Hinsicht auf rechtliche Brisanz und Image nicht unterschätzen sollte.

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Nach der Gründung: Nicht die US Business-Etikette vernachlässigen

Nach der Gründung: Nicht die US Business-Etikette vernachlässigen

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die globalen Markterfordernisse mögen die Hauptbeweggründe für deutsche Unternehmer sein, eine Niederlassung oder eine Gesellschaft in den USA zu gründen. Die Organisation und Eintragung einer solchen geschäftlichen Unternehmung in den USA ist dabei allerdings nur der erste Schritt. Sofern Sie nach der Gründung vor Ort in den USA geschäftlichen tätig werden, ist es durchaus zu empfehlen, sich frühzeitig auch mit der Business Etikette der USA vertraut zu machen.
Bei einem Land von 320 Millionen Einwohnern mit diversen ethischen Hintergründen und 6 verschiedenen Zeitzonen ist es offensichtlich, dass man nur schwer von „der einen Business Etikette“ der USA ausgehen kann. Der geschäftliche Verhaltenskodex sieht bei einem IT-Start Start-Up im Silicon Valley ganz anders aus als bei einem traditionellen Stahlindustrieunternehmen im Mittleren Westen.
Wir haben uns dennoch einmal an einer Kurzübersicht versucht.

Pünktlichkeit

In Sachen Pünktlichkeit dürfen Deutsche und Amerikaner eine kulturelle Übereinstimmung verbuchen. „Time is Money“ und gemäß dieser Leitlinie sind Amerikaner im geschäftlichen Alltag stets auf Pünktlichkeit bedacht.

Begrüßung und Vorstellung

Die Begrüßung und Vorstellung von neuen Geschäftspartnern und Geschäftskontakten fällt für den deutschen Geschmack in der Regel eher „überschwänglich“ aus. Auch auf höheren Geschäftsebenen ist das „Hey, how are you doing?“ weit verbreitet. Eine eingehende Antwort wird hierauf im Allgemeinen nicht erwartet. „I am great – how are you“ ist eine gängige und fast erwartet Antwort, um das Eis von vornherein zu brechen.
Der Gebrauch von akademischen Titeln ist eher von untergeordneter Rolle und einen Doktortitel seines Geschäftspartners bemerkt man oftmals eher bei näherer Betrachtung des Geschäftsbios oder der Visitenkarte. Es ist auf allen geschäftlichen Stufen bis hin zum CEO durchaus üblich, dass man sich unmittelbar mit dem Vornahmen anspricht. Ein Punkt der für den deutscher Unternehmer manchmal etwas gewöhnungsbedürftig ist.

Heikle Gesprächsthemen besser vermeiden

Trotz der offenen Art und Weise der Amerikaner gibt es kulturelle und politische Themen, die man im Rahmen einer geschäftlichen Beziehung besser nicht thematisieren sollte. Todesstrafe, Einschränkung der Waffenrechte und das Thema Abtreibung oder Religion und Politik im Allgemeinen sind dabei Themen die regelmäßig das amerikanische Gemüt relativ sicher zur Wallung bringen können. Mit den Themen Sport, insbesondere natürlich über örtliche Profiteams, und Freizeit ist man hingegen so gut wie immer auf der sicheren Seite.

Unser Ausblick

„The American Way of Business“ mag aufgrund der offenen Art und Weise für den einen oder anderen deutschen Gründer zunächst etwas gewöhnungsbedürftig erscheinen. Nach relativ kurzer Zeit geht den meisten deutschen Unternehmern in den USA die dortige Business Etikette ohne weiteres ins Blut über.

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Unternehmensgründer aufgepasst: US-Amerikanisches Vertragsrecht

Unternehmensgründer aufgepasst: US-Amerikanisches Vertragsrecht

Wir hatten unlängst an dieser Stelle von den Grundzügen des amerikanischen Rechts im Allgemeinen berichtet. Für Unternehmensgründer und Investoren, die beabsichtigen in den USA geschäftlich tätig zu werden, dürfte aber vor allem das Feld des Vertragsrechts interessant und relevant sein. Für uns Grund genug, uns mit dem amerikanischem Vertragsrecht einmal näher zu beschäftigen.

Die Ausgangssituation des US-Vertragsrechts

Wie bereits an dieser Stelle berichtet, existiert zunächst kein einheitliches US-Vertragsrecht, da dieses grundsätzlich Regelungsmaterie der einzelnen Bundesstaaten ist. Durch Kodifizierungen vieler US-Bundesstaaten des sog. Uniform Commercial Code ist aber im insbesondere im Bereich des Güterverkaufs (bewegliche Waren) aber de-facto eine Vielzahl von bundesweit geltenden Prinzipien anzutreffen.
Dem deutschen und europäischen Unternehmer fällt in der Regel bei Geschäften mit US-Geschäfts- und Vertragspartnern als erstes der unglaubliche Umfang von US-Vertragswerken auf. Ein einfacher Unternehmenskaufvertrag, der in Deutschland vielleicht mit 20 bis 30 Vertragsseiten auskommt, bedarf im US-Recht gerne einmal 80 bis 90 Seiten.

Die unglaubliche Länge amerikanischer Vertragswerke

Wie aber kommt es zu diesen gravierenden Unterschieden?
Im deutschen Rechtsraum ist die richterliche Vertragsauslegung bei Unklarheiten im Vertragswerk oder Lücken allgemeiner Standard. Vergisst man beispielsweise in einem deutschem Vertrag näher zu definieren was genau mit dem Begriff „Immobile“ oder „Verbraucher“ gemeint ist, wird im Streitfalle der Richter den Vertrag anhand der subjektiven Vertragsumstände auslegen. Hierfür wird er dann vermutlich letztlich auf die Regelungen des BGB zurückgreifen, in denen etwa näher geregelt ist, wer genau als „Verbraucher“ zu erachten ist.
Auf diesen „Luxus“ können Vertragsparteien bei Geltung US-amerikanischem Rechts nicht vertrauen. Im Rahmen der US-amerikanischem „Parol Evidence Rule“ dürfen Umstände, die zwischen den Parteien außerhalb des Vertrages erörtert oder vereinbart wurden nicht ohne weiteres zur Vertragsauslegung herangezogen werden und eine entsprechende Berücksichtigung kann gänzlich ausgeschlossen sein. Allein vor diesem Hintergrund lässt sich bereits die „Regelungswut“ amerikanischer Anwälte erklären. Alles was zählen und gelten soll, muss minutiös aufgelistet werden, um nicht im Nachhinein unter den Tisch zu fallen.

Folgen von Vertragsbrüchen

Je nach konkreter Branche Ihrer Unternehmung in den USA, sollten Sie sich rechtzeitig mit den durchaus unterschiedlichen Regelungen im Falle von Vertragsverletzungen vertraut machen.
Im Gegensatz zum deutschen Recht besteht in den USA z.B. ein durchsetzbarer Erfüllungsanspruch im Falle von Pflichtverletzungen in der Regel nicht. Etwas anderes gilt grundsätzlich nur für „einzigartige“ Gegenstände, die nicht anderweitig von anderen Anbietern beschafft werden können. Grundsätzlich hat sich die von der Vertragsverletzung betroffene Partei daher mit einem Schadensersatzanspruch zu begnügen.

Unser Ausblick

Das amerikanische Vertragsrecht hält für den deutschen Unternehmer die eine oder andere Überraschung bereit. Eine speziell auf Sie abgestimmte Beratung würden wir daher in jedem Fall empfehlen.

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Unternehmung USA: Das amerikanische Rechtssystem

Unternehmung USA: Das amerikanische Rechtssystem

Wir berichten an dieser Stelle regelmäßig von aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen in den USA für geneigte Unternehmensgründer. Unabhängig vom jeweiligen wirtschaftlichen Klima muss sich jeder geneigte Gründer früher oder später mit dem Wesen des US-amerikanischem Rechtssystems befassen.
Stereotypisch denkend fallen den meisten Menschen bei dem Stichwort „US Rechtsystem“ wohl zunächst horrende Schadensersatzsummen sowie drakonische Strafmaßnahmen ein. Wie sieht es in den USA aber tatsächlich im Unternehmeralltag aus?

Grundlagen und Entwicklung

Aufgrund der Geschichte der USA basierte das Recht der USA zunächst entscheidend auf dem des britischen Common Law. Seit Erringen der Unabhängigkeit von der britischen Krone (Stichwort „Independence Day“) hat sich das amerikanische Recht derart verselbständigt und autonom entwickelt, dass die beiden Rechtssysteme in der Moderne nunmehr durchaus verschieden sind. Ein Prinzip der bindenden höchstrichterlichen Entscheidungen, welches sich bis heute fortgesetzt hat, ist das der sogenannten „Stare Decisis“ Entscheidungen. Im Rahmen solcher richterlichen „Stare Decisis“ Entscheidungen können US-Richter Urteile mit Präjudizienbindung fällen, wodurch die Grundsätze solcher Urteile selbst Bestandteil geltenden Rechts werden. Grob gesagt, wirken die Richter in den USA somit an der Weiterentwicklung des Rechts unmittelbar mit. Ein Faktor, der gerade für deutsche Unternehmer, die doch von zu Hause aus eine „gewisse Rechtssicherheit“ gewohnt sind, oftmals etwas gewöhnungsbedürftig ist.

Das Delikts- und das Vertragsrecht in den USA

Zwei Rechtsgebiete, die wohl für die meisten geplanten Unternehmensgründungen relevant sein dürften, sind das Deliktsrecht (Recht der Unerlaubten Handlungen wie z.B. Verursachung von Körper- oder Gesundheitsschäden) und, offensichtlich, das Vertragsrecht. In Deutschland sind beide Rechtsmaterien im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt, wonach diese Regelungen bundesweit gelten. Ein vertraglicher Schadensersatzanspruch regelt sich in Deutschland danach grundsätzlich stets nach denselben Regelungen, unabhängig davon, ob sich die Parteien in Sachsen oder Baden-Württemberg befinden. Nicht so in den USA. Grundsätzlich werden diese Materien autark auf bundesstaatlicher Ebene geregelt. Eine Schadensersatzklage aufgrund eines fehlerhaften Vertragsgegenstands kann also in Nebraska ganz anderen rechtlichen Regelungen unterworfen sein, als etwa in Kalifornien.

Das Einheitliche Handelsgesetz („Uniform Commercial Code“)

Um den geschäftlichen Alltag zu erleichtern ist das Vertragsrecht in den USA gerade im kaufmännischen Bereich über die Jahre hinweg jedoch zunehmend standardisiert worden. Das Einheitliche Handelsgesetz (der sogenannte „Uniform Commercial Code“) gilt nunmehr für viele Bereiche (z.B. hinsichtlich des Verkaufs im Warenverkehr) bundesweit, was vor allem aus unternehmerischer Sicht durchaus begrüßenswert sein sollte.

Ausblick

Auch wenn das amerikanische Rechtsystem zunächst aus deutscher Sicht etwas undurchsichtig und kompliziert anmuten mag, muss sich der geneigte Gründer hiervon nicht abschrecken lassen. Lassen Sie sich hinsichtlich der konkreten Bestimmungen von ihrem Rechtsbeistand entsprechend beraten.
Für etwaige Gründungsfragen in den USA stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

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Made in the USA: Ein Comeback des Produktionsstandortes USA?

Made in the USA: Ein Comeback des Produktionsstandortes USA?

Jeder deutsche Unternehmer und Verbraucher kann wohl auf Anhieb eine schier unendliche Liste an erfolgreichen, globalen US-amerikanischen Unternehmen aufzählen auf, auf deren Gebrauch wir weder im geschäftlichen Bereich noch im Alltag verzichten möchten.
Trotz der Vielzahl dieser Produkte, die ihren Ursprung im amerikanischem Unternehmergeist finden, ist eines jedoch absolut rar: ein Produktionsvermerk „Made in the USA“.
Wie kaum ein anderes Land der Erde hat die amerikanische Wirtschaft über Jahrzehnte die Verlagerung von Produktionsstätten („Offshoring“) nach Übersee betrieben. Allein im letzten Jahrzehnt sind schätzungsweise sage und schreibe 6 Millionen amerikanische Produktionsstellen nach Übersee gewandert.
Unlängst zeichnet sich jedoch ein möglicher neuer diesbezüglicher Trend ab.

Die Vorzeichen eines Re-Shoring Trends

In jüngster Gegenwart hat das amerikanische Produktionsgewerbe erstmals seit langer Zeit wieder ein Jobwachstum und Schaffung neuer Stellen vor Ort in den USA zu verzeichnen.
Aber: woher kommt der Trend?
Im letzten Jahrzehnt sind die Lohn- und Transportkosten in China permanent angestiegen. Ganz im Gegensatz zum US-Dollar ist der Wert des chinesischen Yuan stetig gestiegen. Die hohen Ölpreise haben zudem den Verschiffungsvorgang insgesamt deutlich teurer werden lassen. Im selben Zeitraum sind die Produktionslöhne in den USA nicht angestiegen. Im Gegenteil – etwa im Bereich der Automobilindustrie – sind die einstmals in Detroit gezahlten Löhne nunmehr ein Relikt der Vergangenheit.
Durch das in den USA aggressiv betriebene Fracking sind zudem die örtlichen Gaspreise um einiges wettbewerbsfähiger geworden als dies noch vor einigen Jahren der Fall war. Zur gleichen Zeit sind die Gaspreise in China und anderen Billiglohnstandorten extrem gestiegen.
Die Gewinnspanne, die sich durch Offshoring einstmals erreichen ließ, wird in den USA somit zunehmend enger, bzw. ist in einigen Bereichen kaum noch vorhanden.
Neben dem teilweise nur geringem verbleibenden Preisvorteil der Überseeproduktion, kommt aber noch ein gewichtiger weiterer Aspekt für den Trend des Re-shoring in den USA zum tragen:
Schnellere Reaktionszeiten auf aktuelle Markttrends und Nachfragen.

Die Verschiffung von Produktionsmaterialen aus China in die USA können je nach konkretem Gewerbe bis zu 3 Monate dauern. Hinzuzurechnen ist sodann noch der Vorgang der Qualitätskontrolle, der unter Umständen zur Rücksendung und Neulieferung führt. Ein durchaus langer Zeitraum, um auf kurzfristige Industrienachfragen reagieren zu können.

Zahlen und die Studie der Boston Consulting Group

Eine von der Boston Consulting Group 2013 durchgeführte Studie ist zu dem Ergebnis gekommen, dass ganze 21% der amerikanischen Großhersteller bereits Stellen in die USA zurückverlagert haben oder dies aber innerhalb der nächsten zwei Jahre planen.
Ein interessanter Trend, der unser Ansicht nach weiter an Fahrt aufnehmen wird. Wir werden dies jedenfalls weiterhin für Sie beobachten!

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USA Gesellschaften: Was genau ist noch einmal der Registered Agent?

USA Gesellschaften: Was genau ist noch einmal der Registered Agent?

Im Rahmen dieses Blogs haben wir des Öfteren die verschiedenen Gesellschaftsformen (Limited Liability Company, Incorporation etc.) in unterschiedlichen US-Bundesstaaten dargestellt und erörtert. Oftmals taucht im Zusammenhang mit Gesellschaftsgründungen dabei das Erfordernis auf einen „Registered Agent“ oder – je nach Bundesstaat auch – einen „Statutory Agent“ zu bestellen.

Die rechtliche Funktion des Registered Agent

Probleme der Zuordnung der Funktion des Registered Agent entstehen für den deutschen Unternehmer bereits bei der Übersetzung des Begriffs ins Deutsche. Am ehesten lässt sich der „Registered Agent“ wohl mit „Zustellungsbevollmächtigten“ übersetzen.

Im Allgemeinen geht es bei der Bestellung des Registered Agent darum, einen offiziellen Ansprechpartner der Gesellschaft vor Ort in den USA zu errichten, an welchen postalisch (Postfächer oder auch sog. „PO Boxes“ sind ausgeschlossen) zu den gewöhnlichen Geschäftszeiten zugestellt werden kann. Dies gilt vor allem für die Zustellung von Klagen, anderweitigen gerichtlichen sowie steuerlichen Dokumenten. Der Registered Agent ist, nach entsprechender Bestellung, sodann verpflichtet die jeweilige Gesellschaft, vom Eingang derartiger Dokumente zu unterrichten. Versäumt der Registered Agent es beispielsweise die Gesellschaft vom Zugang einer zivilrechtlichen Klage zu unterrichten, kann es unter Umständen zu einer gerichtlichen Terminierung ohne Teilnahme der Gesellschaft kommen, was in einem Versäumnisurteil gegen das säumige Unternehmen enden kann.

Die Funktion des Registered Agent sollte also nicht leichtfertig unterschätzt werden.

Die Eintragung des Registered Agent

Im Regelfall wird der Registered Agent zusammen mit den weiteren Gründungsdokumenten und Urkunden bestellt. Die Anforderungen an die Person des Registered Agent fallen von Bundesstaat zu Bundesstaat unterschiedlich aus. Die Funktion des Registered Agent kann dabei in allen US-Bundesstaaten etwa durch den Rechtsanwalt der jeweiligen Gesellschaft wahrgenommen werden. In einer Vielzahl von US-Bundesstaaten ist es zudem möglich, dass der Registered Agent seinerseits  eine juristische Person ist. Einzelheiten zu den jeweiligen Voraussetzungen und Anforderungen in den Bundesstaaten gibt es über den entsprechenden Secretary of State.

Natürlich ist es auch möglich, den einmal bestellten Registered Agent abzustellen und durch einen neuen Agent zu ersetzen. Je nach Bundesstaat ist hierfür ggf. eine Satzungsänderung bzw. ein Nachtrag zur Satzung der Gesellschaft notwendig.

Zu beachten ist insoweit noch, dass sichergestellt werden sollte, dass die Gesellschaft zu jeder Zeit über einen wirksam bestellten Registered Agent verfügt. Ansonsten drohen – je nach Bundesstaat – Geldstrafen oder sogar der Entzug der Geschäftslizenz.

Unser Ausblick

Dem Registered Agent kommt eine nicht zu unterschätzende Bedeutung zu. Gerade sofern Sie selbst nicht aktiv vor Ort in den USA sein sollten. Bei weiteren Fragen zur Bestellung des Registered Agent im Rahmen der Unternehmensgründung helfen wir Ihnen gerne!

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