Gründersicht: Wie das Steuersystem der USA funktioniert

Gründersicht: Wie das Steuersystem der USA funktioniert

Die meisten international orientierten Unternehmer haben „so in etwa“ eine Vorstellung wie das Steuersystem der USA funktioniert. Zeit für uns einmal einige grundlegende Mechanismen und Grundzüge näher zu beleuchten.

Die Steuerbehörde IRS

Der amerikanischen Bundessteuerbehörde „IRS“ (Internal Revenue Service), die dem amerikanischen Finanzministerium unterstellt ist, eilt ein durchaus berüchtigter Ruf voraus. Steuerliche Fristen und ähnliches möchte man lieber nicht verstreichen lassen, um eine Auseinandersetzung von vornherein zu vermeiden. Der Behörde stehen immerhin 100.000 Mitarbeiter zur Verfügung.

Für geneigte deutsche Unternehmer und Investoren dürfte interessant sein, dass die IRS eine Zweigstelle an der amerikanischen Botschaft in Berlin unterhält. Die IRS hat zudem einen Steuerleitfaden für Ausländer herausgegeben, der über die Webseite der IRS heruntergeladen werden kann (vgl. www.irs.gov).

Vorgang der Besteuerung

Die konkrete Steuerschuld von Einkommen ergibt sich für die USA dreistufig aus Bundes- („Federal Tax“), Bundesstaaten- („State Tax“) und Gemeindeabgaben („Community Tax“). Vor diesem Hintergrund bestehen je nach Wohn- oder Geschäftssitz erhebliche Unterschiede in der Besteuerung. Vor diesem Hintergrund erörtern wir in diesem Blog regelmäßig diejenigen Bundesstaaten, die sich aktuell durch steuerliche Anreize auszeichnen.

Zwischen Deutschland und den USA besteht ein Doppelbesteuerungsabkommen, d.h. Unternehmer die nur vorübergehend in den USA leben, also dort nicht ortsansässig sind („Permanent Resident“; „Green Card Holder“) müssen in den USA lediglich ihr US Einkommen versteuern. Zu den Feinheiten lassen Sie sich bei konkretem Interesse am besten von ihrem Steuerberater beraten.

Stichtag zur Abgabe der Steuererklärung in den USA ist stets der 15. April.

Grob und verallgemeinert kann man sagen, dass die Einkommenssteuer in den USA durchaus einiges niedriger als in Deutschland ausfällt. Gerade im Falle von Immobilienerwerb ist aber an die sog. Property Tax zu denken, die auf Immobilieneigentum erhoben wird und je nach Wohnlage unterschiedlich hoch ausfällt. Sofern sich die Immobilie in einer gehobenen Wohnlage befindet kann auf ein Wohnhaus – je nach Bundesstaat und Gemeinde –  mit einem Wert von $350.000 gut und gerne ein jährlicher (!) Steuerbetrag zwischen $4000 und $6000 anfallen.

Social Security Tax – Sozialversicherungssteuer

Im Übrigen fällt auch noch die Entrichtung der Social Security Tax an; die amerikanische Variante der Sozialversicherung. Selbständige Personen sowie der Großteil der Arbeitnehmer sind zur Entrichtung von Beiträgen zur Rentenversicherung und Medicare verpflichtet. Ausnahmen hierzu bestehen kaum.

Der durchschnittliche Rentenanspruch aus Social Security liegt bei erschreckenden 18 % des amerikanischen Durchschnittseinkommens. Im Falle einer Übersiedlung sollte man also unbedingt das Szenario einer privaten Altersversorgung durchspielen.

Wir hoffen Ihnen mit diesen Ausführungen einige erste Anhaltspunkte zur Besteuerung in den USA gegebenen zu haben. Konkrete steuerliche Sachverhalten sollten Sie aber unbedingt durch Ihren steuerlichen Berater klären lassen.

Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie auch auf unserer Seite: e|m|s – Firmengründung in den USA