Made in the USA: Ein Comeback des Produktionsstandortes USA?

Made in the USA: Ein Comeback des Produktionsstandortes USA?

Jeder deutsche Unternehmer und Verbraucher kann wohl auf Anhieb eine schier unendliche Liste an erfolgreichen, globalen US-amerikanischen Unternehmen aufzählen auf, auf deren Gebrauch wir weder im geschäftlichen Bereich noch im Alltag verzichten möchten.
Trotz der Vielzahl dieser Produkte, die ihren Ursprung im amerikanischem Unternehmergeist finden, ist eines jedoch absolut rar: ein Produktionsvermerk „Made in the USA“.
Wie kaum ein anderes Land der Erde hat die amerikanische Wirtschaft über Jahrzehnte die Verlagerung von Produktionsstätten („Offshoring“) nach Übersee betrieben. Allein im letzten Jahrzehnt sind schätzungsweise sage und schreibe 6 Millionen amerikanische Produktionsstellen nach Übersee gewandert.
Unlängst zeichnet sich jedoch ein möglicher neuer diesbezüglicher Trend ab.

Die Vorzeichen eines Re-Shoring Trends

In jüngster Gegenwart hat das amerikanische Produktionsgewerbe erstmals seit langer Zeit wieder ein Jobwachstum und Schaffung neuer Stellen vor Ort in den USA zu verzeichnen.
Aber: woher kommt der Trend?
Im letzten Jahrzehnt sind die Lohn- und Transportkosten in China permanent angestiegen. Ganz im Gegensatz zum US-Dollar ist der Wert des chinesischen Yuan stetig gestiegen. Die hohen Ölpreise haben zudem den Verschiffungsvorgang insgesamt deutlich teurer werden lassen. Im selben Zeitraum sind die Produktionslöhne in den USA nicht angestiegen. Im Gegenteil – etwa im Bereich der Automobilindustrie – sind die einstmals in Detroit gezahlten Löhne nunmehr ein Relikt der Vergangenheit.
Durch das in den USA aggressiv betriebene Fracking sind zudem die örtlichen Gaspreise um einiges wettbewerbsfähiger geworden als dies noch vor einigen Jahren der Fall war. Zur gleichen Zeit sind die Gaspreise in China und anderen Billiglohnstandorten extrem gestiegen.
Die Gewinnspanne, die sich durch Offshoring einstmals erreichen ließ, wird in den USA somit zunehmend enger, bzw. ist in einigen Bereichen kaum noch vorhanden.
Neben dem teilweise nur geringem verbleibenden Preisvorteil der Überseeproduktion, kommt aber noch ein gewichtiger weiterer Aspekt für den Trend des Re-shoring in den USA zum tragen:
Schnellere Reaktionszeiten auf aktuelle Markttrends und Nachfragen.

Die Verschiffung von Produktionsmaterialen aus China in die USA können je nach konkretem Gewerbe bis zu 3 Monate dauern. Hinzuzurechnen ist sodann noch der Vorgang der Qualitätskontrolle, der unter Umständen zur Rücksendung und Neulieferung führt. Ein durchaus langer Zeitraum, um auf kurzfristige Industrienachfragen reagieren zu können.

Zahlen und die Studie der Boston Consulting Group

Eine von der Boston Consulting Group 2013 durchgeführte Studie ist zu dem Ergebnis gekommen, dass ganze 21% der amerikanischen Großhersteller bereits Stellen in die USA zurückverlagert haben oder dies aber innerhalb der nächsten zwei Jahre planen.
Ein interessanter Trend, der unser Ansicht nach weiter an Fahrt aufnehmen wird. Wir werden dies jedenfalls weiterhin für Sie beobachten!

Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie auch auf unserer Seite: e|m|s – Firmengründung in den USA

Firmengründung im Land der unbegrenzten Möglichkeiten: Die gängigen Rechtsformen

Firmengründung im Land der unbegrenzten Möglichkeiten:

Die gängigen Rechtsformen

Sofern Sie oder Ihr Unternehmen eine Expansion oder eine Neugründung eines Unternehmens in den USA planen, empfiehlt es sich möglichst zeitnah mit den möglichen Rechtsformen einer derartigen Gesellschaft vertraut zu machen.

Firmengründern und Investoren in Deutschland ist allgemein bekannt, dass Firmengründungen in den USA mit relativ wenig Stammkapital und geringen Bürokratieaufwand möglich ist.

Etwas weniger bekannt sind in aller Regel sodann aber die gängigen Rechtsformen und deren deutschen Äquivalente. Teilweise entsprechen die amerikanischen Rechtsformen im Vergleich zu deutschen Rechtsformen auch eher sog. „Hybridformen“ und sind z.B. eine Mischung aus Personen- und Kapitalgesellschaft.

Die gängigen Rechtsformen im Überblick

Zur „Auswahl“ stehen dabei insbesondere die folgenden populären Formen:

  • Corporation:

die US Form einer AG. Juristische Person mit eigener Rechtspersönlichkeit. Es besteht die Möglichkeit, dass nur ein Gesellschafter existiert. Die Corporation kann gewinnorientiert (Normalfall!) oder nicht gewinnorientiert sein. Grundsätzlich besteht keine Anforderung an ein Mindestkapital. Das Kapital muss aber hinsichtlich der Haftungsbeschränkung jedoch angemessen („reasonable“) sein.

  • (General) Partnership:

vergleichbar einer OHG und teilweise einer GbR. Bei der General Partnership besteht – vergleichbar mit der deutschen GbR – eine unbeschränkte Haftung der Gesellschafter.

  • Limited Partnership:

am ehesten vergleichbar mit einer KG. Die General Partner haften unbeschränkt und die Limited Partner sind ohne persönliche Haftung. Den Limited Partnern stehen allerdings nur Informationsrechte zu.

  • Limited Liability Partnership:

eine amerikanische Version einer Personengesellschaft. “Mischform” von KG und GmbH. Sie ist ebenfalls eine juristische Person. Den Gesellschaftern ist es jedoch grundsätzlich gestattetet die Geschäftsführung auszuführen. Die LLP wird am häufigsten von Freiberuflern verwendet (Steuerberatungen, Rechtsanwaltskanzleien, Architektenbüros etc.). In vereinzelten Bundesstaaten ist die Gründung einer LLP sogar auf den Personenkreis von Freiberuflern beschränkt.

  • Limited Liability Company:

vergleichbar mit der deutschen GmbH. Juristische Person mit eigener Rechtspersönlichkeit. Gesellschafter können sowohl natürliche als auch juristische Personen sein. Auch bei der LLC besteht die Möglichkeit, dass nur ein Gesellschafter existiert. Grundsätzlich besteht keine Haftung der Gesellschafter gegenüber Dritten.

Unterschiede in den einzelnen Staaten

Nachdem man sich einen grundsätzlichen Überblick über die gängigen Gesellschafts- und Firmenformen gemacht hat, ist im nächsten Schritt zu beachten, dass in den USA – im Gegensatz zu Deutschland – kein einheitliches nationales Gesellschaftsrecht existiert. Somit verfügt jeder der 50 Staaten über ein eigenes Gesellschaftsrecht. Dementsprechend können die konkreten Ausgestaltungen der einzelnen Gesellschafts- und Firmenformen von Staat zu Staat bedeutend unterschiedlich ausfallen. Das mögliche Maß der Haftungsbeschränkung der Gesellschafter im Falle der Gründung einer Limited Liability Partnership ist ein Beispiel für erhebliche Unterschiede in den einzelnen Bundesstaaten.

Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie auch auf unserer Seite: e|m|s – Firmengründung in den USA