Unternehmensgründung USA: Schreckgespenst Rechtsverfolgungskosten?

Unternehmensgründung USA: Schreckgespenst Rechtsverfolgungskosten?
Die Unternehmensgründung in den USA ist aus den verschiedensten Gründen für die unterschiedlichsten Unternehmen und Investoren interessant. Auf wenig Gegenliebe stößt beim geneigten Gründer in aller Regel allerdings der Ruf des US Rechtsystems und den hiermit oftmals assoziierten enormen Kosten. Gerade kleinere Unternehmen fragen sich, ob sie sich im Zweifelsfalle eine gerichtliche Forderungseintreibung in den USA überhaupt leisten könnten. Stundensätze von Anwaltskanzleien zwischen $250 und $500 sind nichts Ungewöhnliches.

Die Small-Claims Courts

Eine alternative für relativ schnelle und zügige Geltendmachung von zivilrechtlichen Schadensersatzansprüchen gibt es in den meisten US Bundesstaaten in Form der sogenannten „Small Claims Courts“ – grob übersetzt in etwa: Gerichte für geringwertige Ansprüche. Als Richter fungiert bei diesen ein sogenannter „Magistrate Judge“, welcher oftmals ein gesondert bestellter Rechtsanwalt ist.
Eine Besonderheit dieser Gerichte ist es, das hier kein Anwaltszwang besteht. Forderungen können also selbständig und ohne Einschaltung einer Rechtsanwaltskanzlei geltend gemacht werden. Anderseits ist es aber in dem Großteil der US Bundesstaaten der jeweiligen Partei überlassen sich anwaltlich vertreten zu lassen. Insoweit ist die Situation also mit der Lage für die Durchsetzung von zivilrechtlichen Ansprüchen vor dem Amtsgericht zu vergleichen.

Verschiedene Obergrenzen für Ansprüche vor dem Small-Claims Court

Die Regelungen hinsichtlich des Umfangs von Ansprüchen, die vor dem Small-Claims Court geltend gemacht werden können, fallen sodann von Bundesstaat zu Bundesstaat höchst unterschiedlich aus. Während in Rhode Island nur Ansprüche von einer Höhe bis zu $2.500 geltend gemacht werden können, ist dies in Tennessee bis zu einer Summe von $25.000 möglich. Die Bandbreite der Forderungssummen unterscheidet sich also erheblich und es zeigt sich wieder einmal, warum man die Wahl des Bundesstaats vor Gründung in den US genauestens prüfen sollte.
Im US-Bundesstaat Kalifornien etwa fallen die Höchstgrenzen zudem je nach Kläger unterschiedlich aus; es wird nämlich insoweit ein Unterschied zwischen Verbrauchern, die Summen bis zu $10,000 einklagen können und Unternehmen und Gesellschaften gemacht, die lediglich Summen bis zu $5.000 einklagen können, gemacht. In Kalifornien ist zudem die Vertretung im Gerichtssaal vor dem Small-Claims Court durch einen Rechtsanwalt ausdrücklich nicht zugelassen. Inkassounternehmen sind hier des Weiteren sogar gänzlich von der Geltendmachung von Forderungen vor dem Small-Claims Court ausgeschlossen.

Unser Ausblick

Die Möglichkeit kleinere Forderungen vor dem Small-Claims Court in den USA geltend machen zu können, ist definitiv eine Variante, mit der sich geneigte Gründer einmal näher beschäftigen sollten. Die Regelungen fallen, wie so oft, von Bundesstaat stark unterschiedlich aus und manche Bundesstaaten richten diese Form der Rechtsdurchsetzung eher auf Verbraucherinteressen bezogen aus, denn im Sinne für Unternehmen. Informieren Sie sich frühzeitig!

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Das Gründungsmekka der USA: Die San Francisco Bay Area

Das Gründungsmekka der USA: Die San Francisco Bay Area
Bei potentiellen US-Gesellschaftsgründungen gilt es unter vielen potentiellen Standorten mit den verschiedensten Anreizen auszuwählen. Niedrige Steuern etwa locken für Gründer in Delaware oder Nevada. Ungeachtet rein finanzieller Gesichtspunkte ist für viele Branchen eine Neugründung oder Niederlassung in der San Francisco Bay Area nahezu unumgänglich. Zu groß ist die Attraktivität der Firmen-Nachbarschaft: Google, Facebook, Elance, Apple, eBay, Yahoo und viele andere der US Wirtschaftsgiganten sind hier oder in unmittelbarer Nähe angesiedelt.

Die wirtschaftlichen Rahmenvoraussetzungen in der Bay

Die Francisco Bay Area mit den Städten San Francisco, Oakland und San Jose ist Heimat für etwa 7.5 Millionen Menschen und ist damit nach dem Großraum Los Angelos der zweitgrößte Ballungsraum Kaliforniens. Auch das berühmte Silicon Valley, mit seiner unglaublichen Anzahl von IT und High-Tech Start-Up Unternehmen, lässt sich dem südlichen Ende der Bay Area zurechnen.
Die Bay Area bringt es auf über 380.000 High-Tech Jobs, was den absoluten Topwert der USA darstellt. Der durchschnittliche Verdienst eines High-Tech Spezialisten liegt bei über $140.000 jährlich. Regelmäßig fließen über 40% der in den USA insgesamt durch Venture Capital investierten Gelder in die Region der San Francisco Bay Area.
Trotz dieser Spitzenzahlen liegt die Arbeitslosenquote überraschenderweise bei etwas über 9%. Insgesamt dürfte dieser Nummer in gewisser Weise auch auf einen Trend in der Bay Area hinweisen: Während einige wenige die Möglichkeit haben zu den „Superreichen“ aufzusteigen, bleibt der traditionelle amerikanische Mittelstand oftmals auf der Strecke.
Ein Beleg hierfür könnte ein Blick auf die Jahresdurchschnittsmiete in San Francisco liefern: Diese liegt bei unglaublichen $3.000 pro Monat. Ein Wert, der den deutschen Mietpreis-Marktführer München wie einen braven Schuljungen aussehen lässt. In der Folge hiervon ist das Leben in WGs in San Francisco auch unter den 30 und 40jährigen, die bereits erfolgreich im Arbeitsmarkt integriert sind, keine Seltenheit.

Unterschiede in der Region

Bei genauerer Betrachtung der Region ist anzumerken, dass die Beschäftigungsquoten in der San Francisco und Santa Clara Gegend über den Werten vor der Krise 2007 liegen, wohingegen insbesondere die nördliche und östliche Bay Region dieser Entwicklung hinterherhinken.

Unser Ausblick

Die San Francisco Bay Area ist in jeder Hinsicht ein Standort der Superlative. Gerade Gründer, die risikobereite und finanzkräftige Investoren in der High-Tech Branche suchen, sollten den Standort in Erwägung ziehen. Außerhalb der Arbeitszeit sollte auch der enorme Freizeitwert der Gegend nicht außer Betracht gelassen werden. Das Nappa Valley, das Weinland der USA schlechthin, sowie mehrere spektakuläre Nationalparks bieten sich für die Wochenenden an.

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USA Wirtschaftsklima für Investoren und Gründer: Ein aktueller Blick

USA Wirtschaftsklima für Investoren und Gründer: Ein aktueller Blick
Im Rahmen dieses Blogs versuchen wir Ihnen einen möglich umfassenden Einblick in die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für eine mögliche Gesellschaftsgründung in den USA zu vermitteln. Ein wichtiger Aspekt für die Planung eines solchen Vorhabens ist für den guten Kaufmann selbstverständlich der Blick auf die aktuelle Wirtschaftsentwicklung in seinem Zielland. Grund genug für uns, heute einmal die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung in den USA näher zu betrachten.

Die aktuellen Zahlen

Laut der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift USA Today ist die US Wirtschaft im zweiten Quartal in einem Tempo von 4,6% gewachsen. Laut Aussagen der US Regierung ist dies das stärkste Wachstum seit zweieinhalb Jahren. Der Export weist einen satten Wachstum von 11,8% auf und der Trend weist auch insgesamt nach oben. Bis August hatte die US Wirtschaft sechs Monate in Folge ein Jobwachstum von 200,000 Jobs pro Monat zu verzeichnen. Ein Großteil der Analysten scheint den Rückgang im ersten Quartal aufgrund dieser beeindruckenden Zeiten daher auf den äußerst harten Winter der USA zurückzuführen.

Die Entwicklung des US-Dollars

Die langwierige Flaute des Dollars scheint aktuell gebrochen. Seit Ende August ist der Dollar im Vergleich zum Euro um 3,2% und gegenüber dem Yen seit Juli sogar im 8% gestiegen. Einen Euro gibt es nun für $1,27, was eine unmittelbare Folge der Nachrichten aus Deutschland war, dass das hiesige Wachstum schwächer als erwartet ausfällt.
Die Stimmen werden lauter, dass sich das Wachstum der USA langfristig etablieren wird, vor allem im Vergleich zur Europäischen Union, wo das Wachstum zunehmend stagniert. Das aktuelle Wachstum des Dollars dürfte aber nicht alleine auf den schwächelnden Euroraum zurückgehen. Auch die Währungen der aufstrebenden Märkte, wie etwa Brasilien, entwickeln sich derzeit bescheiden. Aufgrund dieser Entwicklung könnte auf absehbare Zeit wieder vermehrt in den US Dollar investiert werden.

Der Arbeitsmarkt und der Schuldenberg

Bei all den aktuellen positiven Entwicklungen und Zahlen sollte der Vollständigkeit halber jedoch angemerkt werden, dass trotz der Durchaus positiven Zahlen des US Arbeitsmarkts die Arbeitslosenquote insgesamt noch zu wünschen übrig lässt. Auch die immens hohe pro-Kopf Verschuldung der Amerikaner wird sich auf absehbare Zeit wohl kaum nennenswert verringern.

Unsere Einschätzung

Die Zeichen, der nach wie vor größten Volkswirtschaft der Welt, stehen beeindruckend auf Wachstum und die wirtschaftliche Zukunft sieht einiges rosiger aus, als noch vor wenigen Jahren erwartet wurde. Eine Investmentbank schätzt das Wachstum der USA für das nächste Jahr sogar auf 3,1% ein.
Aus unserer Sicht kein schlechter Zeitpunkt für eine Unternehmensgründung in den USA.

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Einstellungspraxis für US-Gründungen: Affirmative Action

Einstellungspraxis für US-Gründungen: Affirmative Action

Die Planung, der Gründungsprozess und die offizielle Eintragung sind nur der Anfang für eine erfolgreiche Unternehmung in den USA. Darüber hinaus gilt es sich mit haftungsspezifischen Fragen des US-Rechts und insbesondere auch mit dem mitunter sehr eigenwilligen US Arbeitsrechts zu beschäftigen.
Im Jahre 1961 erging unter niemand anderen als John F. Kennedy, als Präsident der Vereinigten Staaten, auf Grundlage der Executive Order 10925 der erste Erlass zu den Affirmative Actions (oder auf Deutsch etwas verwirrend auch „positiven Diskriminierungen“). Ziel war es die Rassendiskriminierung im Rahmen des Einstellungsverfahrens von Arbeitnehmern zu bekämpfen und eine Einstellungspraxis, frei von Beurteilungen nach Herkunft oder Rasse, zu implementieren.
Diese von Kennedy vor über 40 Jahren initiierte Praxis hat auch für die moderne Einstellungspraxis in den USA weitreichende Konsequenzen, was bei Gründungen in den USA auch entsprechend zu beachten ist. Die Regelungsmaterie dürfte dem deutschen Unternehmer zwar dem Grunde nach aufgrund des allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (oder auch Antidiskriminierungsgesetz genannt) seit einigen Jahren ein Begriff sein. Jedoch sind die praktischen Auswirkungen in den USA in der Regel um einiges weitgehender.

Zwingendend vorgeschriebene Affirmative Action Pläne

Sobald ein Unternehmen in den USA über $50.000 Umsatz aufgrund von Verträgen mit der Regierung der Vereinigten Staaten tätigt und mindestens 50 Arbeitnehmer beschäftigt, so muss ein derartiges Unternehmen zwingend über einen Affirmative Action Plan verfügen, in dem die Bemühungen des Unternehmens zur gleichberichtigten und nicht-diskriminierenden Einstellung zu erfassen sind. Es sollte insbesondere die Einstellungspraxis, das Recruitment und die Auswahl von Bewerbern mit Minderheitenstatus hinreichend dokumentiert werden. Denn: die Bundesarbeitsbehörde ist sodann berechtigt diesen Plan zur Überprüfung anzufordern und einzusehen.

Freiwillige Optierung zu Affirmativ Action Plänen

Einige US Unternehmen optieren darüber hinaus auch freiwillig, also ohne gesetzliche Anforderung, zu einem umfassenden Affirmative Action Plan. Dies ist z.B. der Fall, um einen etwaigen Ruf von diskriminierendem Einstellungsverhalten in der Vergangenheit entsprechend entgegenzuwirken. Aber auch ohne eine solche negative Vergangenheit optieren US Unternehmen oftmals aus Imagegründen und aufgrund der hohen gesellschaftlichen Brisanz dieses Themas zur Erstellung und Einhaltung eines Affirmative Action Planes.
Die Implementierung und Überwachung eines solchen Planes ist jedoch regelmäßig mit einem relativ hohem Arbeits-und Mittelaufwand verbunden, so dass es in der Regel größere Unternehmen sind, die in Lage sind sich einen solchen Plan „zu leisten“.

Unser Ausblick

Unabhängig davon, ob Ihre konkrete Unternehmung in den USA dem Erfordernis eines Affirmative Action Planes unterliegt oder nicht, ist das Thema der Allgemeinen Gleichberechtigung im Einstellungsverfahren ein Thema, dass man als deutscher Unternehmer in Hinsicht auf rechtliche Brisanz und Image nicht unterschätzen sollte.

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Unternehmensgründer aufgepasst: US-Amerikanisches Vertragsrecht

Unternehmensgründer aufgepasst: US-Amerikanisches Vertragsrecht

Wir hatten unlängst an dieser Stelle von den Grundzügen des amerikanischen Rechts im Allgemeinen berichtet. Für Unternehmensgründer und Investoren, die beabsichtigen in den USA geschäftlich tätig zu werden, dürfte aber vor allem das Feld des Vertragsrechts interessant und relevant sein. Für uns Grund genug, uns mit dem amerikanischem Vertragsrecht einmal näher zu beschäftigen.

Die Ausgangssituation des US-Vertragsrechts

Wie bereits an dieser Stelle berichtet, existiert zunächst kein einheitliches US-Vertragsrecht, da dieses grundsätzlich Regelungsmaterie der einzelnen Bundesstaaten ist. Durch Kodifizierungen vieler US-Bundesstaaten des sog. Uniform Commercial Code ist aber im insbesondere im Bereich des Güterverkaufs (bewegliche Waren) aber de-facto eine Vielzahl von bundesweit geltenden Prinzipien anzutreffen.
Dem deutschen und europäischen Unternehmer fällt in der Regel bei Geschäften mit US-Geschäfts- und Vertragspartnern als erstes der unglaubliche Umfang von US-Vertragswerken auf. Ein einfacher Unternehmenskaufvertrag, der in Deutschland vielleicht mit 20 bis 30 Vertragsseiten auskommt, bedarf im US-Recht gerne einmal 80 bis 90 Seiten.

Die unglaubliche Länge amerikanischer Vertragswerke

Wie aber kommt es zu diesen gravierenden Unterschieden?
Im deutschen Rechtsraum ist die richterliche Vertragsauslegung bei Unklarheiten im Vertragswerk oder Lücken allgemeiner Standard. Vergisst man beispielsweise in einem deutschem Vertrag näher zu definieren was genau mit dem Begriff „Immobile“ oder „Verbraucher“ gemeint ist, wird im Streitfalle der Richter den Vertrag anhand der subjektiven Vertragsumstände auslegen. Hierfür wird er dann vermutlich letztlich auf die Regelungen des BGB zurückgreifen, in denen etwa näher geregelt ist, wer genau als „Verbraucher“ zu erachten ist.
Auf diesen „Luxus“ können Vertragsparteien bei Geltung US-amerikanischem Rechts nicht vertrauen. Im Rahmen der US-amerikanischem „Parol Evidence Rule“ dürfen Umstände, die zwischen den Parteien außerhalb des Vertrages erörtert oder vereinbart wurden nicht ohne weiteres zur Vertragsauslegung herangezogen werden und eine entsprechende Berücksichtigung kann gänzlich ausgeschlossen sein. Allein vor diesem Hintergrund lässt sich bereits die „Regelungswut“ amerikanischer Anwälte erklären. Alles was zählen und gelten soll, muss minutiös aufgelistet werden, um nicht im Nachhinein unter den Tisch zu fallen.

Folgen von Vertragsbrüchen

Je nach konkreter Branche Ihrer Unternehmung in den USA, sollten Sie sich rechtzeitig mit den durchaus unterschiedlichen Regelungen im Falle von Vertragsverletzungen vertraut machen.
Im Gegensatz zum deutschen Recht besteht in den USA z.B. ein durchsetzbarer Erfüllungsanspruch im Falle von Pflichtverletzungen in der Regel nicht. Etwas anderes gilt grundsätzlich nur für „einzigartige“ Gegenstände, die nicht anderweitig von anderen Anbietern beschafft werden können. Grundsätzlich hat sich die von der Vertragsverletzung betroffene Partei daher mit einem Schadensersatzanspruch zu begnügen.

Unser Ausblick

Das amerikanische Vertragsrecht hält für den deutschen Unternehmer die eine oder andere Überraschung bereit. Eine speziell auf Sie abgestimmte Beratung würden wir daher in jedem Fall empfehlen.

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Unternehmung USA: Das amerikanische Rechtssystem

Unternehmung USA: Das amerikanische Rechtssystem

Wir berichten an dieser Stelle regelmäßig von aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen in den USA für geneigte Unternehmensgründer. Unabhängig vom jeweiligen wirtschaftlichen Klima muss sich jeder geneigte Gründer früher oder später mit dem Wesen des US-amerikanischem Rechtssystems befassen.
Stereotypisch denkend fallen den meisten Menschen bei dem Stichwort „US Rechtsystem“ wohl zunächst horrende Schadensersatzsummen sowie drakonische Strafmaßnahmen ein. Wie sieht es in den USA aber tatsächlich im Unternehmeralltag aus?

Grundlagen und Entwicklung

Aufgrund der Geschichte der USA basierte das Recht der USA zunächst entscheidend auf dem des britischen Common Law. Seit Erringen der Unabhängigkeit von der britischen Krone (Stichwort „Independence Day“) hat sich das amerikanische Recht derart verselbständigt und autonom entwickelt, dass die beiden Rechtssysteme in der Moderne nunmehr durchaus verschieden sind. Ein Prinzip der bindenden höchstrichterlichen Entscheidungen, welches sich bis heute fortgesetzt hat, ist das der sogenannten „Stare Decisis“ Entscheidungen. Im Rahmen solcher richterlichen „Stare Decisis“ Entscheidungen können US-Richter Urteile mit Präjudizienbindung fällen, wodurch die Grundsätze solcher Urteile selbst Bestandteil geltenden Rechts werden. Grob gesagt, wirken die Richter in den USA somit an der Weiterentwicklung des Rechts unmittelbar mit. Ein Faktor, der gerade für deutsche Unternehmer, die doch von zu Hause aus eine „gewisse Rechtssicherheit“ gewohnt sind, oftmals etwas gewöhnungsbedürftig ist.

Das Delikts- und das Vertragsrecht in den USA

Zwei Rechtsgebiete, die wohl für die meisten geplanten Unternehmensgründungen relevant sein dürften, sind das Deliktsrecht (Recht der Unerlaubten Handlungen wie z.B. Verursachung von Körper- oder Gesundheitsschäden) und, offensichtlich, das Vertragsrecht. In Deutschland sind beide Rechtsmaterien im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt, wonach diese Regelungen bundesweit gelten. Ein vertraglicher Schadensersatzanspruch regelt sich in Deutschland danach grundsätzlich stets nach denselben Regelungen, unabhängig davon, ob sich die Parteien in Sachsen oder Baden-Württemberg befinden. Nicht so in den USA. Grundsätzlich werden diese Materien autark auf bundesstaatlicher Ebene geregelt. Eine Schadensersatzklage aufgrund eines fehlerhaften Vertragsgegenstands kann also in Nebraska ganz anderen rechtlichen Regelungen unterworfen sein, als etwa in Kalifornien.

Das Einheitliche Handelsgesetz („Uniform Commercial Code“)

Um den geschäftlichen Alltag zu erleichtern ist das Vertragsrecht in den USA gerade im kaufmännischen Bereich über die Jahre hinweg jedoch zunehmend standardisiert worden. Das Einheitliche Handelsgesetz (der sogenannte „Uniform Commercial Code“) gilt nunmehr für viele Bereiche (z.B. hinsichtlich des Verkaufs im Warenverkehr) bundesweit, was vor allem aus unternehmerischer Sicht durchaus begrüßenswert sein sollte.

Ausblick

Auch wenn das amerikanische Rechtsystem zunächst aus deutscher Sicht etwas undurchsichtig und kompliziert anmuten mag, muss sich der geneigte Gründer hiervon nicht abschrecken lassen. Lassen Sie sich hinsichtlich der konkreten Bestimmungen von ihrem Rechtsbeistand entsprechend beraten.
Für etwaige Gründungsfragen in den USA stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

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Made in the USA: Ein Comeback des Produktionsstandortes USA?

Made in the USA: Ein Comeback des Produktionsstandortes USA?

Jeder deutsche Unternehmer und Verbraucher kann wohl auf Anhieb eine schier unendliche Liste an erfolgreichen, globalen US-amerikanischen Unternehmen aufzählen auf, auf deren Gebrauch wir weder im geschäftlichen Bereich noch im Alltag verzichten möchten.
Trotz der Vielzahl dieser Produkte, die ihren Ursprung im amerikanischem Unternehmergeist finden, ist eines jedoch absolut rar: ein Produktionsvermerk „Made in the USA“.
Wie kaum ein anderes Land der Erde hat die amerikanische Wirtschaft über Jahrzehnte die Verlagerung von Produktionsstätten („Offshoring“) nach Übersee betrieben. Allein im letzten Jahrzehnt sind schätzungsweise sage und schreibe 6 Millionen amerikanische Produktionsstellen nach Übersee gewandert.
Unlängst zeichnet sich jedoch ein möglicher neuer diesbezüglicher Trend ab.

Die Vorzeichen eines Re-Shoring Trends

In jüngster Gegenwart hat das amerikanische Produktionsgewerbe erstmals seit langer Zeit wieder ein Jobwachstum und Schaffung neuer Stellen vor Ort in den USA zu verzeichnen.
Aber: woher kommt der Trend?
Im letzten Jahrzehnt sind die Lohn- und Transportkosten in China permanent angestiegen. Ganz im Gegensatz zum US-Dollar ist der Wert des chinesischen Yuan stetig gestiegen. Die hohen Ölpreise haben zudem den Verschiffungsvorgang insgesamt deutlich teurer werden lassen. Im selben Zeitraum sind die Produktionslöhne in den USA nicht angestiegen. Im Gegenteil – etwa im Bereich der Automobilindustrie – sind die einstmals in Detroit gezahlten Löhne nunmehr ein Relikt der Vergangenheit.
Durch das in den USA aggressiv betriebene Fracking sind zudem die örtlichen Gaspreise um einiges wettbewerbsfähiger geworden als dies noch vor einigen Jahren der Fall war. Zur gleichen Zeit sind die Gaspreise in China und anderen Billiglohnstandorten extrem gestiegen.
Die Gewinnspanne, die sich durch Offshoring einstmals erreichen ließ, wird in den USA somit zunehmend enger, bzw. ist in einigen Bereichen kaum noch vorhanden.
Neben dem teilweise nur geringem verbleibenden Preisvorteil der Überseeproduktion, kommt aber noch ein gewichtiger weiterer Aspekt für den Trend des Re-shoring in den USA zum tragen:
Schnellere Reaktionszeiten auf aktuelle Markttrends und Nachfragen.

Die Verschiffung von Produktionsmaterialen aus China in die USA können je nach konkretem Gewerbe bis zu 3 Monate dauern. Hinzuzurechnen ist sodann noch der Vorgang der Qualitätskontrolle, der unter Umständen zur Rücksendung und Neulieferung führt. Ein durchaus langer Zeitraum, um auf kurzfristige Industrienachfragen reagieren zu können.

Zahlen und die Studie der Boston Consulting Group

Eine von der Boston Consulting Group 2013 durchgeführte Studie ist zu dem Ergebnis gekommen, dass ganze 21% der amerikanischen Großhersteller bereits Stellen in die USA zurückverlagert haben oder dies aber innerhalb der nächsten zwei Jahre planen.
Ein interessanter Trend, der unser Ansicht nach weiter an Fahrt aufnehmen wird. Wir werden dies jedenfalls weiterhin für Sie beobachten!

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Checkliste: Was nach der Gesellschaftsgründung in den USA noch zu erledigen wäre

Checkliste: Was nach der Gesellschaftsgründung in den USA noch zu erledigen wäre

Wir berichten in diesem Blog regelmäßig von den Voraussetzungen, Rahmenbedingungen und Gründungsvoraussetzungen für Unternehmungen in den USA. Was muss aber eigentlich nach dem Gründungsvorgang unter Umständen noch vorgenommen werden, damit der operative Geschäftsbetrieb möglichst reibungslos aufgenommen werden kann?

1) Die Geschäftsadresse in den USA

Auch wenn Sie nicht tatsächlich zum Zwecke des operativen Geschäftsbetriebes eine Niederlassung oder Zweigniederlassung in den USA betreiben, kann eine permanente Geschäftsadresse erforderlich sein. Gerade US Banken fordern immer mal wieder gerne eine US Geschäftsadresse an, die nicht mit der Adresse des eigetragenen Vertreters („Registered Agent“) vor Ort identisch ist.

 In einem solchen Fall müssten Sie sich um eine Weiterleitung der Post oder um eine virtuelle Geschäftsadresse bemühen.

2) Eröffnung eines Bankkontos in den USA

Sofern Sie einen physischen Geschäftsbetrieb in den USA aufnehmen wollen, werden Sie vor Ort ein Bankkonto benötigen. Ebenso, wenn Sie örtliche US Zahlungen akzeptieren wollen. Der Vorgang der Kontoeröffnung ist in den USA dabei in den letzten Jahren – aufgrund der teilweise sehr weitgehenden gesetzlichen Anti-Terror-Vorschriften – durchaus komplizierter geworden. Erschwert werden kann dieser Vorgang noch dadurch, dass die Kontoeröffnungsbestimmungen und Voraussetzungsunterlagen je nach Bankinstitut erheblich voneinander abweichen können.

Grundsätzlich gestaltet sich die Kontoeröffnung bei internationalen Banken, die sowohl in Amerika als auch in Deutschland ortsansässig, sind einfacher. Eine „Garantie“ gilt aber auch hier nicht für alle Fälle.

Ansonsten lässt sich verallgemeinert sagen, dass die Kontoeröffnung sich in den US-Bundesstaaten leichter gestaltet, die speziell auf ausländische Unternehmensgründungen erpicht sind (z.B. der „Klassiker“ Delaware oder aber auch Nevada).

Ansonsten können Sie – je nach Art und Weise – Ihrer konkreten Unternehmung auch in Erwägung ziehen, ein Bankkonto bei einer deutschen Bank in Deutschland zu gründen. In diesem Fall werden Sie aber, neben anderen Voraussetzungen, der deutschen Bank eine Apostille der amerikanischen Gründungsurkunde vorlegen müssen.

3) Amerikanische Telefonnummer

Die Auswahl an Optionen ist hier natürlich groß. (Standard Festnetz mit örtlicher Vorwahl, Faxweiterleitung, VOIP etc.). Gerade aber für den Fall, dass Ihr Unternehmen vor Ort in den USA mit Verbraucheranrufen zu tun hat, sollten Sie and die sehr verbreiteten, gebührenfreien Servicenummern Services (800-Nummern) denken. Viele Amerikaner bevorzugen diese Nummern nach wie vor und verbinden hiermit automatisch einen „professionellen Auftritt“ Ihres Unternehmens.

4) Unser Ausblick

Selbstverständlich ist dieser Kurzabriss in keiner Weise erschöpfend. Wir haben lediglich einmal drei wichtige Aspekte hervorgehoben, die man aus repräsentativen, aber auch verwaltungstechnischen Gesichtspunkten, von vornherein bedenken sollte.

Bezüglich der konkreten Einzelheiten stehen wir Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite.

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Gründersicht: Wie das Steuersystem der USA funktioniert

Gründersicht: Wie das Steuersystem der USA funktioniert

Die meisten international orientierten Unternehmer haben „so in etwa“ eine Vorstellung wie das Steuersystem der USA funktioniert. Zeit für uns einmal einige grundlegende Mechanismen und Grundzüge näher zu beleuchten.

Die Steuerbehörde IRS

Der amerikanischen Bundessteuerbehörde „IRS“ (Internal Revenue Service), die dem amerikanischen Finanzministerium unterstellt ist, eilt ein durchaus berüchtigter Ruf voraus. Steuerliche Fristen und ähnliches möchte man lieber nicht verstreichen lassen, um eine Auseinandersetzung von vornherein zu vermeiden. Der Behörde stehen immerhin 100.000 Mitarbeiter zur Verfügung.

Für geneigte deutsche Unternehmer und Investoren dürfte interessant sein, dass die IRS eine Zweigstelle an der amerikanischen Botschaft in Berlin unterhält. Die IRS hat zudem einen Steuerleitfaden für Ausländer herausgegeben, der über die Webseite der IRS heruntergeladen werden kann (vgl. www.irs.gov).

Vorgang der Besteuerung

Die konkrete Steuerschuld von Einkommen ergibt sich für die USA dreistufig aus Bundes- („Federal Tax“), Bundesstaaten- („State Tax“) und Gemeindeabgaben („Community Tax“). Vor diesem Hintergrund bestehen je nach Wohn- oder Geschäftssitz erhebliche Unterschiede in der Besteuerung. Vor diesem Hintergrund erörtern wir in diesem Blog regelmäßig diejenigen Bundesstaaten, die sich aktuell durch steuerliche Anreize auszeichnen.

Zwischen Deutschland und den USA besteht ein Doppelbesteuerungsabkommen, d.h. Unternehmer die nur vorübergehend in den USA leben, also dort nicht ortsansässig sind („Permanent Resident“; „Green Card Holder“) müssen in den USA lediglich ihr US Einkommen versteuern. Zu den Feinheiten lassen Sie sich bei konkretem Interesse am besten von ihrem Steuerberater beraten.

Stichtag zur Abgabe der Steuererklärung in den USA ist stets der 15. April.

Grob und verallgemeinert kann man sagen, dass die Einkommenssteuer in den USA durchaus einiges niedriger als in Deutschland ausfällt. Gerade im Falle von Immobilienerwerb ist aber an die sog. Property Tax zu denken, die auf Immobilieneigentum erhoben wird und je nach Wohnlage unterschiedlich hoch ausfällt. Sofern sich die Immobilie in einer gehobenen Wohnlage befindet kann auf ein Wohnhaus – je nach Bundesstaat und Gemeinde –  mit einem Wert von $350.000 gut und gerne ein jährlicher (!) Steuerbetrag zwischen $4000 und $6000 anfallen.

Social Security Tax – Sozialversicherungssteuer

Im Übrigen fällt auch noch die Entrichtung der Social Security Tax an; die amerikanische Variante der Sozialversicherung. Selbständige Personen sowie der Großteil der Arbeitnehmer sind zur Entrichtung von Beiträgen zur Rentenversicherung und Medicare verpflichtet. Ausnahmen hierzu bestehen kaum.

Der durchschnittliche Rentenanspruch aus Social Security liegt bei erschreckenden 18 % des amerikanischen Durchschnittseinkommens. Im Falle einer Übersiedlung sollte man also unbedingt das Szenario einer privaten Altersversorgung durchspielen.

Wir hoffen Ihnen mit diesen Ausführungen einige erste Anhaltspunkte zur Besteuerung in den USA gegebenen zu haben. Konkrete steuerliche Sachverhalten sollten Sie aber unbedingt durch Ihren steuerlichen Berater klären lassen.

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Texas der Lone Star State: Ist der US Bundesstaat ein lohnender Investitionsstandort?

Texas der Lone Star State: Ist der US Bundesstaat ein lohnender Investitionsstandort?

Der US-Bundesstaat Texas nimmt von seiner Reputation her gewiss einen gewissen Sonderstatus ein. Selbst für amerikanische Verhältnisse ist in Texas angeblich alles ein bisschen größer. Aber gilt das auch für den Sektor der Privatwirtschaft und wie sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für ausländische Investoren und Gründer?

Allein von der Fläche wird Texas seinem Ruf gerecht und ist nach Alaska der zweitgrößte Bundesstaat der USA. Auch bevölkerungsmäßig ist Texas mit seinen beinahe 27 Millionen Einwohnern der zweitgrößte US Bundesstaat (hinter Kalifornien). Houston ist mit 2.1 Millionen Einwohnern die größte Stadt in Texas und zugleich die viertgrößte Stadt der USA.

Das Bruttosozialprodukt, die Forbes Liste und der Standort Houston

Das Bruttosozialprodukt Texas war im Jahr 2010 vergleichbar mit dem von Indien oder Kannada. Die Arbeitslosenrate in Texas lag Mitte 2013 bei 6.3%.

Insbesondere Houston, das Zentrum der Öl- und Naturgasförderung in Texas, tut sich derzeit als günstiger internationaler Geschäftsstandort hervor. 2013 wurde die Stadt nach der Krise wieder als günstiger Standort für Geschäft und Karriere („Best Place for Business and Careers“) gelistet. Bereits im Mai 2013 wurde die Stadt als „das Zentrum der Arbeitsplatzschaffung“ der USA von dem U.S. Bureau of Statistics bezeichnet, nachdem die Stadt in der Lage war, nach der Krise jedem verlorenen Job zwei neu hinzugewonnene gegenüber zu stellen. Diese starke wirtschaftliche Entwicklung wird auch auf den großen Anteil von ausländischen Firmengründungen und Firmenerweiterung im Zeitraum 2008 und 2010 zurückgeführt. In diesem Zeitraum siedelten sich über 100 ausländische neue Unternehmen in Houston an oder erweiterten ihren bestehenden Geschäftsbetrieb in der Stadt.  Der Port von Houston dient als internationaler Exportumschlagsplatz und die Exportzahlen übertrafen im Jahre 2013 die von New York. Da in der Stadt und im Umfeld ein hoher Anteil der Arbeitnehmer in der Ölindustrie tätig sind, ist – im Gegensatz zu den meisten anderen Wirtschaftsstandorten – ein hoher Ölpreis in Houston durchaus willkommen.

Die Besteuerung in Texas                                                                                                                 

Texas genießt einen gewissen „low taxes, low service“ (niedrige Steuern, wenig Service) Ruf. Texas ist dabei einer der wenigen US Bundesstaaten, in dem es keine bundesstaatliche Einkommenssteuer gibt. Die Einnahmen des Staates ergeben sich daher hauptsächlich aus Immobiliensteuern sowie Umsatzsteuer.

Unsere Einschätzung

Texas ist sicherlich nicht ein „traditioneller“ Gründungsstandort für ausländische Unternehmen und Investoren wie etwa Delaware, Nevada oder Florida. Die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung insbesondere der Region und Stadt Houston mit ihrem Hafen ist jedoch absolut beeindruckend. Je nach Branche und Geschäftsbetrieb könnte Houston der optimale Standort für Ihre Unternehmung sein.

Zögern Sie nicht, uns bei etwaigen Fragen zu kontaktieren.  Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie auch auf unserer Seite: e|m|s – Firmengründung in den USA