Einstellungspraxis für US-Gründungen: Affirmative Action

Einstellungspraxis für US-Gründungen: Affirmative Action

Die Planung, der Gründungsprozess und die offizielle Eintragung sind nur der Anfang für eine erfolgreiche Unternehmung in den USA. Darüber hinaus gilt es sich mit haftungsspezifischen Fragen des US-Rechts und insbesondere auch mit dem mitunter sehr eigenwilligen US Arbeitsrechts zu beschäftigen.
Im Jahre 1961 erging unter niemand anderen als John F. Kennedy, als Präsident der Vereinigten Staaten, auf Grundlage der Executive Order 10925 der erste Erlass zu den Affirmative Actions (oder auf Deutsch etwas verwirrend auch „positiven Diskriminierungen“). Ziel war es die Rassendiskriminierung im Rahmen des Einstellungsverfahrens von Arbeitnehmern zu bekämpfen und eine Einstellungspraxis, frei von Beurteilungen nach Herkunft oder Rasse, zu implementieren.
Diese von Kennedy vor über 40 Jahren initiierte Praxis hat auch für die moderne Einstellungspraxis in den USA weitreichende Konsequenzen, was bei Gründungen in den USA auch entsprechend zu beachten ist. Die Regelungsmaterie dürfte dem deutschen Unternehmer zwar dem Grunde nach aufgrund des allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (oder auch Antidiskriminierungsgesetz genannt) seit einigen Jahren ein Begriff sein. Jedoch sind die praktischen Auswirkungen in den USA in der Regel um einiges weitgehender.

Zwingendend vorgeschriebene Affirmative Action Pläne

Sobald ein Unternehmen in den USA über $50.000 Umsatz aufgrund von Verträgen mit der Regierung der Vereinigten Staaten tätigt und mindestens 50 Arbeitnehmer beschäftigt, so muss ein derartiges Unternehmen zwingend über einen Affirmative Action Plan verfügen, in dem die Bemühungen des Unternehmens zur gleichberichtigten und nicht-diskriminierenden Einstellung zu erfassen sind. Es sollte insbesondere die Einstellungspraxis, das Recruitment und die Auswahl von Bewerbern mit Minderheitenstatus hinreichend dokumentiert werden. Denn: die Bundesarbeitsbehörde ist sodann berechtigt diesen Plan zur Überprüfung anzufordern und einzusehen.

Freiwillige Optierung zu Affirmativ Action Plänen

Einige US Unternehmen optieren darüber hinaus auch freiwillig, also ohne gesetzliche Anforderung, zu einem umfassenden Affirmative Action Plan. Dies ist z.B. der Fall, um einen etwaigen Ruf von diskriminierendem Einstellungsverhalten in der Vergangenheit entsprechend entgegenzuwirken. Aber auch ohne eine solche negative Vergangenheit optieren US Unternehmen oftmals aus Imagegründen und aufgrund der hohen gesellschaftlichen Brisanz dieses Themas zur Erstellung und Einhaltung eines Affirmative Action Planes.
Die Implementierung und Überwachung eines solchen Planes ist jedoch regelmäßig mit einem relativ hohem Arbeits-und Mittelaufwand verbunden, so dass es in der Regel größere Unternehmen sind, die in Lage sind sich einen solchen Plan „zu leisten“.

Unser Ausblick

Unabhängig davon, ob Ihre konkrete Unternehmung in den USA dem Erfordernis eines Affirmative Action Planes unterliegt oder nicht, ist das Thema der Allgemeinen Gleichberechtigung im Einstellungsverfahren ein Thema, dass man als deutscher Unternehmer in Hinsicht auf rechtliche Brisanz und Image nicht unterschätzen sollte.

Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie auch auf unserer Seite: e|m|s – Firmengründung in den USA

Das Wesen der Limited Liability Partnership: was Sie wissen müssen!

Das Wesen der Limited Liability Partnership: was Sie wissen müssen!

Grundsätzlich stehen bei einer Limited Liability Partnership („LLP“) sämtlichen Partnern Kontrollrechte an der Partnerschaft zu. Insoweit unterscheidet sich die LLP zunächst nicht von einer allgemeinen Partnerschaft (sog. „General Partnership“). Im Unterschied zu einer General Partnership räumt die LLP jedoch jedem Partner das Privileg der beschränkten Haftung ein. Dies macht die LLP sodann natürlich zu einer durchaus attraktiven Variante für Ihre Gründung in den USA. Es besteht für viele potentielle Gründer einer LLP jedoch eine formelle Hürde: In den meisten Staaten der USA ist diese Form der Partnerschaft nur für bestimmte – größtenteils spezielle, freiberufliche  – Berufsgruppen vorgesehen (z.B. Architekten, Ärzte und Rechtsanwälte).

Im Folgenden nun einmal eine Kurzübersicht über die wesentlichen Vor- und Nachteile einer LLP-Gründung:

Wesentliche Vorteile der LLP:

·         Haftungsprivileg (Haftungsbeschränkung) für sämtliche Partner

·         Keine zwingende gesamtschuldnerische Haftung: Rechtsstreitigkeiten aufgrund fahrlässigen Handelns möglicherweise nur gegen den fahrlässig handelnden Partner selbst und nicht die anderen Partner

·         Steuerliche Behandlung auf Partnerebene (es besteht insoweit keine Körperschaftssteuer)

·          Vermeidung des Problems der Doppelbesteuerung (sog. „double-taxation“)

·         Flexibilität in der Gewinn- und Verlustverteilung der Partnerschaft

Wesentliche Nachteile der LLP:

·         Steht nur für bestimmte Berufsgruppen zur Wahl (wird von jedem einzelnen Staat bestimmt, in der Regel beschränkt auf bestimmte Freiberuflergruppen)

·         Eine Vielzahl von zur Geschäftsführung befugten Partner kann in bestimmten Fällen zur mangelnden Effizienz des Managements beitragen

·         Ohne entsprechende partnerschaftliche Regelung kann das Verlassen eines Partners die Auflösung der Partnerschaft zur Folge haben

·         Unterliegt ggf. der sog. Franchise-Tax Besteuerung

Weitere Gesichtspunkt der LLP-Gründung

Zur Gründung einer LLP sind zwei oder mehr Partner erforderlich, worin zugleich auch einer der wesentlichen Hauptunterschied zu einer Limited Liability Company („LLC“) besteht, da eine LLC auch von Einzelpersonen gegründet werden kann. Ein weiterer maßgeblicher Unterschied gegenüber der LLC besteht darin, dass die Partner in dem Partnerschaftsvertrag regeln können, welche Rechte und Pflichten jeweils bestehen sollen.

Um Unklarheiten von vornherein zu vermeiden werden in der Praxis daher oftmals Partnerschaftsverträge verwendet, welche bis ins kleinste Detail die Grenzen der jeweiligen Befugnisse der Partner regeln. Die Partnerschaftsverträge müssen nicht veröffentlicht werden und können daher entsprechend geheim gehalten werden.

Eine Vielzahl der US-Bundesstaaten erfordert die Einreichung von Jahresberichten mit Aktualisierungen hinsichtlich der Partnerschaft und zur Sicherstellung, dass die die Partnerschaft weiterhin operativ tätig ist. Diese Jahresberichte dienen zudem oftmals als Grundlage für einzelstaatliche LLP Gebühren oder Steuern.

Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie auch auf unserer Seite: e|m|s – Firmengründung in den USA