Die Holding Company in den USA – wann und wofür?

Die Holding Company in den USA – wann und wofür?

Im Zusammenhang mit der Firmenerweiterung nach Übersee taucht häufig der Begriff der Holdinggründung auf. Der Begriff ist zwar seit längerem auch in Deutschland gebräuchlich, oftmals liegt bei vielen Beteiligten aber im Unklaren, welche Aufgabe eine Holding Gesellschaft genau übernimmt.

Wesen einer Holding Company

Im Unterschied zu Deutschland, wo die die Form der Holding Gesellschaft nicht abschließend gesellschaftsrechtlich geregelt ist, kann eine Holding Company in den USA eine eingetragene und rechtmäßige Rechtspersönlichkeit sein, deren ausschließlicher Zweck der Besitz und die Verwaltung weiterer Gesellschaften ist. Eine Holding Company erwirbt in der Regel dabei nicht sämtliche Anteile an den Gesellschaften, die sie kontrollieren soll, sondern sie erwirbt in der Regel nur so viele Anteile, wie die Holding zur Kontrolle und Verwaltung der gehaltenen Gesellschaften benötigt. Die hierfür erforderlichen Mehrheitsanteile hängen von den Gesetzen der jeweiligen Länder und Bundesstaaten, in welchem sich die Gesellschaften befinden, ab. Eine gesellschaftsrechtliche Holdingorganisation besteht aus zwei Ebenen. Auf der ersten Ebene befindet sich die Holding Company, die man auch als Muttergesellschaft bezeichnen könnte, und auf der zweiten Ebene befinden sich mehrere rechtlich selbständige Tochterunternehmen.

Vorteile der Holding Company in den USA

Die Form der Holding Company ist in der Praxis vor allem bei Investoren und wohlhabenden Privatiers beliebt, da sich so mehrere Gesellschaften für weniger Geld kontrollieren lassen, als wenn der Investor bzw. Privatier sämtliche Gesellschaften zu 100% erwerben müsste.  Ein weiterer Vorteil für Familien-Holdingstrukturen kann sein, dass sich Vermögenswerte auf Muttergesellschaftsebene, also der Holdingebene, leichter transferieren lassen, als einzeln zwischen den jeweiligen Tochtergesellschaften (z.B. in dem Fall, dass Sie über verschiedene Gesellschaften, Geschäfte und Mietobjekte verfügen sollten).

Sofern Ihre Überlegungen dahingehen in den US Markt durch Erwerb bereits bestehender Gesellschaften einzusteigen, könnte die Variante über eine Holding Company durchaus interessant sein. Sofern bei einem solchem Vorgehen Aktien gegen den Willen der Zielgesellschaften erworben werden, spricht man übrigens vom vielberüchtigten „Hostile Takeover“ (feindlicher Übernahme).

Besteuerung

Um in den USA Steuervorteile durch die Holding Struktur zu erhalten, z.B. steuerfreie Dividendenzahlungen, müssen sich allerdings 80% des stimmberechtigten Kapitals, bzw. der stimmberechtigten Anteile der gehaltenen Gesellschaften im Besitz der Holding befinden.

Zusammenfassung und Ausblick

Eine Holding Company produziert selbst keinerlei Güter oder Produkte, sondern beschränkt sich in der Regel darauf Kapital und ggf. Personal für die gehaltenen Tochtergesellschaften zu stellen. Da zudem diverse Gesellschaften für eine derartige Planung notwendig sind, dürfte eine Holding Company nicht gerade für Start-Ups oder Kleinstunternehmer in Betracht kommen. Für etablierte Unternehmen, die verschiedene Varianten zur Eroberung des amerikanischen Marktes in Betracht ziehen, kann diese Gestaltungsform sehr reizvoll sein. Eine umfängliche fachmännische Beratung sollte aufgrund möglicher gesellschaftsrechtlicher und steuerrechtlicher Implikationen an erster Stelle stehen.

 Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie auch auf unserer Seite: e|m|s – Firmengründung in den USA