Unternehmensgründung USA: Schreckgespenst Rechtsverfolgungskosten?

Unternehmensgründung USA: Schreckgespenst Rechtsverfolgungskosten?
Die Unternehmensgründung in den USA ist aus den verschiedensten Gründen für die unterschiedlichsten Unternehmen und Investoren interessant. Auf wenig Gegenliebe stößt beim geneigten Gründer in aller Regel allerdings der Ruf des US Rechtsystems und den hiermit oftmals assoziierten enormen Kosten. Gerade kleinere Unternehmen fragen sich, ob sie sich im Zweifelsfalle eine gerichtliche Forderungseintreibung in den USA überhaupt leisten könnten. Stundensätze von Anwaltskanzleien zwischen $250 und $500 sind nichts Ungewöhnliches.

Die Small-Claims Courts

Eine alternative für relativ schnelle und zügige Geltendmachung von zivilrechtlichen Schadensersatzansprüchen gibt es in den meisten US Bundesstaaten in Form der sogenannten „Small Claims Courts“ – grob übersetzt in etwa: Gerichte für geringwertige Ansprüche. Als Richter fungiert bei diesen ein sogenannter „Magistrate Judge“, welcher oftmals ein gesondert bestellter Rechtsanwalt ist.
Eine Besonderheit dieser Gerichte ist es, das hier kein Anwaltszwang besteht. Forderungen können also selbständig und ohne Einschaltung einer Rechtsanwaltskanzlei geltend gemacht werden. Anderseits ist es aber in dem Großteil der US Bundesstaaten der jeweiligen Partei überlassen sich anwaltlich vertreten zu lassen. Insoweit ist die Situation also mit der Lage für die Durchsetzung von zivilrechtlichen Ansprüchen vor dem Amtsgericht zu vergleichen.

Verschiedene Obergrenzen für Ansprüche vor dem Small-Claims Court

Die Regelungen hinsichtlich des Umfangs von Ansprüchen, die vor dem Small-Claims Court geltend gemacht werden können, fallen sodann von Bundesstaat zu Bundesstaat höchst unterschiedlich aus. Während in Rhode Island nur Ansprüche von einer Höhe bis zu $2.500 geltend gemacht werden können, ist dies in Tennessee bis zu einer Summe von $25.000 möglich. Die Bandbreite der Forderungssummen unterscheidet sich also erheblich und es zeigt sich wieder einmal, warum man die Wahl des Bundesstaats vor Gründung in den US genauestens prüfen sollte.
Im US-Bundesstaat Kalifornien etwa fallen die Höchstgrenzen zudem je nach Kläger unterschiedlich aus; es wird nämlich insoweit ein Unterschied zwischen Verbrauchern, die Summen bis zu $10,000 einklagen können und Unternehmen und Gesellschaften gemacht, die lediglich Summen bis zu $5.000 einklagen können, gemacht. In Kalifornien ist zudem die Vertretung im Gerichtssaal vor dem Small-Claims Court durch einen Rechtsanwalt ausdrücklich nicht zugelassen. Inkassounternehmen sind hier des Weiteren sogar gänzlich von der Geltendmachung von Forderungen vor dem Small-Claims Court ausgeschlossen.

Unser Ausblick

Die Möglichkeit kleinere Forderungen vor dem Small-Claims Court in den USA geltend machen zu können, ist definitiv eine Variante, mit der sich geneigte Gründer einmal näher beschäftigen sollten. Die Regelungen fallen, wie so oft, von Bundesstaat stark unterschiedlich aus und manche Bundesstaaten richten diese Form der Rechtsdurchsetzung eher auf Verbraucherinteressen bezogen aus, denn im Sinne für Unternehmen. Informieren Sie sich frühzeitig!

Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie auch auf unserer Seite: e|m|s – Firmengründung in den USA